Die Menschen an der Mühlenerft sind sich einig.
Die Mühlenerft soll bleiben.
Das Perspektivkonzept Erft beschreibt den Umbau
und die Renaturierung der Erft.
Laut den letzten Aussagen des Erftverbands, welcher die Projektleitung innehat, soll die Mühlenerft
– der siedlungsnahe historische Hauptarm – vom Fluss abgeschnitten werden
und der gesamte Fluss in den Kanal der Fluterft verlegt werden.
Eine umfassende Renaturierung wird flussauf- und flussabwärts der Insel
umgesetzt werden. Dort erwarb der Erftverband in den letzten Jahren
ausgedehnte Gebiete, die nun Raum für Entfesselung ermöglichen.
Der etwa 1 km lange Abschnitt von der Schwarzen Brücke bis Neubrück
bietet hingegen geringeres Potenzial für eine Entfaltung. Der
künstlich geschaffene Kanal der Fluterft verläuft in einem tiefliegenden
Gewässerbett und die historische Mühlenerft fließt entlang der
Siedlung.
Die Erft wird bei allen aktuell thematisierten Varianten realistisch nur innerhalb des bestehenden Bettes umgestaltet werden können, da die bestehenden Eigentumsverhältnisse keinen Raum für Mäandrierung ergeben.
Der Abschnitt wird, wie andernorts entsprechend dem Strahlwirkungs- und Trittsteinkonzept NRW von den ober- und unterhalb liegenden naturnah renaturierten Abschnitten profitieren.
Eine Variante, bei der an der Neubrücker Mühle die ökologische Durchgängigkeit hergestellt wird, ist möglich.
Der Flutkanal gehört dem Erftverband. Den Abschnitt könnte er einfach
umbauen. Die Mühlenerft hingegen ist größtenteils Eigentum der Anlieger.
Als Argument gegen die Mühlenerft vermittelt der Erftverband den
Eindruck, der Stau und das bestehende Gefälle an der Mühle in Neubrück
stellten ein Hindernis dar, die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie
zu erfüllen. Er stellt es so dar, als würde es für diese Variante keine
Freigabe der Bezirksregierung geben.
Unberücksichtigt bleibt, dass es eine Möglichkeit gibt, die ökologische Durchgängigkeit
an der Neubrücker Mühle herzustellen. So, wie es auch für die Innenstadt in Grevenbroich besprochen wird.
Das Thema des notwendigen Erft-Umbaus beschäftigt die Anwohner schon
viele Jahre. Die Anwohner und Anlieger der Erft hatten in den letzten
Jahren diverse Kontakte zu den Planern des Erftverbands.
Es gab auf Basis des Perspektivkonzepts konstruktive Vorschläge von
Eigentümern. Immer mit der Absicht, den Fluss an der Siedlung zu bewahren.
Eine Zustimmung von Seiten der Bürger für eine Abtrennung der Mühlenerft
hat es nicht gegeben.
In der Vergangenheit konnten die Anwohner keine Anhaltspunkte dafür
finden, dass sich das Konzept an ihre Bedürfnisse angenähert hätte.
Summierend verliefen die Gespräche bisher als Einbahnstraßen. Der
Erftverband scheint einer Informationspflicht nachzugehen.
Initial zeigte das Perspektivkonzept ein landschaftswahrendes Bild mit
stehendem Gewässer an der Siedlung. Vor einigen Jahren wurde vom
Erftverband das Bild einer trockenen Erft mit Mückenplage geprägt.
Dann war die Rede davon, die Mühlenerft mit überschüssigem Material von anderer Stelle zu verfüllen.
Im Juli 2026 erfahren die Anwohner aus der Zeitung, es gäbe eine Einigung, die Mühlenerft würde abgeschnitten und in das stehende Gewässser würde das Ablaufwasser der Kläranlage Grevenbroich geleitet.
Ganz im Gegenteil zu getätigten Aussagen wie z.B. vom
ständigen Vertreter des Erftverband-Vorstandes Jansen:
„Jansen machte aber sehr deutlich, dass der Erft-Verband an möglichst
einvernehmlichen Lösungen interessiert ist, allein schon deshalb, weil
die Umsetzungszeit sich sonst durch eventuelle Rechtsstreitigkeiten
unnötig in die Länge ziehen könnte.“
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Wann wird der Erftverband den Schritt gehen, der durch Zusammenarbeit mit den
Anwohnern das Projekt voranbringen wird? Anstatt sich Gegner zu
erschaffen, denen ihr lieb gewonnener Fluss, der ihnen seit Generationen
Heimat bedeutet, genommen werden soll und in deren Eigentumsrecht
eingegriffen wird?
Eine Planung mit Mühlenerft als Hauptroute und Fluterft zur
Hochwasserentlastung wird dem Erftverband Planungssicherheit
verschaffen.
Die Tranchot Karte von 1801 dokumentiert den bestehenden Verlauf der
Mühlenerft, wie er mindestens seit dem Betrieb der 1678 erbauten
Wassermühle in Neubrück naheliegend ist.
Der urkundlich erstmals 1275 erwähnte Gilveratherhof war früher von
einem an die Erft angebundenen Wassergraben umgeben.
Die Erft war jahrhundertelang (d.h. vor dem ab 1955 durch
Sümpfungswasser bedingten Umbau) hydrologisch funktionsfähig. Der Fluss
verlief durch die Altarme zwischen Wevelinghoven und Schwarze Brücke und
ab da wie gehabt durch die Mühlenerft.
Geologisch betrachtet ist die Mühlenerft Teil des ursprünglichen
natürlichen Gewässersystems.